HUCHUY QUOSCO
Huchuy Qosco hoch über dem Valle Sagrado
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Webseite Marta und Urs Zumstein
Auf unserer Perú-Reise 2016 stand das Valle Sagrado de los Incas (Heiliges Tal der Inkas) im Zentrum unserer Aktivitäten. Neben den touristisch sehr bekannten Highlights der Inkakultur wie Pisaq, Ollantaytambo und Machu Picchu gibt es auch verborgene und schwer zu erreichende Orte. Dazu gehört die Inkakultstätte Huchuy Qosco (”Klein Cusco” in der Inkasprache Quechua).
Huchuy Qosco ist eine Ausgrabungsstätte von mehreren Hektaren Ausdehnung, hoch über dem Talboden des Urubamba im Valle Sagrado de los Incas gelegen. Gemäss Überlieferung soll Huchuy vom achten Inkaherrscher Viracocha aufgebaut worden sein. Als das Volk der Chancas, nordwestlich des damaligen Inkareichs beheimatet, um 1438 die Inka Hauptstadt Cusco mit einer grossen Übermacht angriff, floh der vom Alter geschwächte Inka Viracocha mit seinem jüngeren Sohn nach Huchuy. Der ältere Sohn Yupanqui verteidigte mit einer kleinen Truppe die Stadt und es gelang ihm “auf wunderbare Weise”, die Chancas zu besiegen. Er wurde dann entgegen der Absichten seines Vaters der neunte Inkaherrscher, bekannt unter dem Namen Pachacutec. Viracocha starb in Huchuy, und erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts übernahmen die Spanier die Anlage, nutzten sie für landwirtschaftliche Zwecke und sollen dort die Mumie des Inkaherrschers gefunden haben. Die archäologische Stätte besteht aus einer grossen Anzahl von Gebäuden, teils aus Stein, teils aus Adobe aufgebaut. Besonders eindrücklich ist der grösste Bau, die Kallanka (grosse Halle), wie sie oft bei königlichen Siedlungen oder Verwaltungsstätten der Inkas vorkommt. Dort fanden wohl auch Paraden, Spiele und Veranstaltungen der Inkas statt. Wie bei allen Inkasiedlungen war auch die Bewässerung ein wichtiger Faktor, wobei das Wasserreservoir später von den Spaniern neu auf der ursprünglichen Inkaanlage aufgebaut wurde. Unterhalb des Hauptplatzes, einem vollständig ausgeebneten Terrain in der Grösse von mehr als einem Fussballfeld, wurde vor wenigen Jahren ein Lagerhaus restauriert. Dieses diente den Inkas als “Kühlraum” für Trockenfleisch und Getreide wie Mais, Quinoa sowie für Kartoffeln.
Unser Besuch gestaltete sich sehr anstrengend, denn Huchuy Qosco ist nur zu Fuss erreichbar. Von Lamay aus, dem Städtchen zwischen Pisaq und Calca gelegen, fahren wir zuerst über den Fluss auf die andere Talseite. Zuerst führt ein recht breiter Wanderweg mit wenig Steigung bergauf. Im Schlussteil wird es eng und steil. Der Weg überwindet in unzähligen Serpentinen in einer engen Schlucht eine Felspartie. Danach breitet sich plötzlich eine Hochebene mit der Inkastätte vor dem Besucher aus. Wir sind froh, den knapp dreistündigen Aufstieg auf 3600 Meer hinauf hinter uns zu haben und erhalten von den Rangern grosse Komplimente, nachdem sie unser Alter erfragt haben. Vom Hochplateau bietet sich eine fantastische Sicht in die Bergwelt der Anden und hinunter in das breite und fruchtbare Tal des Urubamba. Nach der Erkundigung der gesamten Anlage mit den vielen Gebäuden, Stützmauern, Toren und Wasserbauten verabschiedeten wir uns von den sehr freundlichen Rangern und brachten auch den steilen und kräftezehrenden Abstieg ins Tal hinter uns.